Sooodele.
Viel versprochen, nix gehalten :)
Die Updates zum Urlaub und so kommen eventuell heute noch, aber erst mal hol ich ein wenig die Geschehnisse der letzten Tage auf.
Am Freitag hab ich meine The Fall Arbeit wiederbekommen.
Die zwei Stunden Feedback waren AUSSCHLIEßLICH Anmerkungen zu der Rechtschreibung und der Grammatik meiner Kommilitonen, ich kam mir vor wie in der 11. Klasse... sehr komisch. Mich hat sie für mein Englisch gelobt, sie hätte das Wörterbuch ab und zu bemühen müssen :D
Naja ich hab dann 95/100 Punkten bekommen, was ich mir selbst (grade wenn ich hinterher noch mal durchlese und weiß, wie ich das ganze argumentativ zusammengebracht hätte, wenn ich mehr Zeit gehabt hätte) nie gegeben hätte. Die 5 Punkte Abzug gabs wegen Verspätung. Haha, in Brasilien. Ich lache jetzt noch.
Außerdem war das gleichzeitig die letzte Stunde Filmgeschichte, jetzt hab ich noch Bildtheorie bis zum 10.12., an dem Tag ist unsere Abschlussklausur, danach hab ich dann gar nichts mehr. Juchhe, Ferien! Endlich! ^^
Am Freitag Abend wollte ich dann eine Geburtstagsparty von nem Kumpel besuchen, bin allerdings erst zu der falschen Bar gelaufen. Wieder zu haus hab ich mich im Chat über den richtigen Ort informiert, bin da mit dem Bus hingefahren, da warn sie allerdings auch nich und ich hatte mein Handy auch zu haus gelassen. Gefrustet kauf ich mir zwei Bier und fahr wieder nach haus, nur um dort im Chat zu erfahren, dass die Geburtstagsmeute in genau die Bar umgezogen war, in der ich mir das Bier gekauft hatte. Argh.
Am Samstagabend war ich über Jenni zu ner Party bei Freunden eingeladen. Wir kaufen abends also Bier und gehn da hin und befürchten allerdings schon aufm Weg, dass es bloß eine Gemeinsamrumsitzundmusikhörundsichbetrinkundgesprächeführ-Party wird, was dann auch der Fall war. Wir waren zu siebt und es war zwar ganz nett, aber Jenni und ich sterben beide schon vor Tanzmangel. Sind dann relativ früh und angeschwippst nach haus und haben uns geschworen, spätestens bis nächstes Wochenende endlich mal ne vernünftige Tanzdisko ausgemacht zu haben, in der man tanzen kann. Schlimm, die Zustände hier.
Um das zu verstehen kann ich vielleicht mal einen Unterschied der Brasilianer (zumindest der Belo Horizontianer) genauer erläutern: Es gibt hier so gut wie keine Subkulturen. Also es gibt sie zwar, aber sehr vermindert und auch mit stark vermidnerten Grenzen. In Deutschland ist die Differenzierung von Punks/Hippies/Skatern/Kiffern/Prollos/Schickimickis/etc einfach sehr viel deutlicher, bzw. hat mehr Konsequenzen. Hier ist das, was man so in der Uni oder auf der Straße sieht, meist einfach nur ein Einheitsbrei des Stils und der Farbgebung in der Klamottenauswahl. Das ist sehr interessant, weil es anscheinend so auch kaum Abstufungen des "Angezogen-Seins" gibt, man kann halt Anzug tragen oder Hemd oder Shirt, aber viele andere Möglcihkeiten gibts nich. Und so sieht das leider auch mit dem Musikgeschmack aus. Es gibt zwar genug Leute, die auch auf andere Musik stehen, aber die Diskos spielen einfach nur Samba oder Popscheiße. Anscheinend soll es mal ganz seltenen in einzelnen Diskos auch gute Elektromusik geben, nach denen ich und Jenni jetzt Ausschau halten. Aber ansonsten halt alles Einheitsbrei, man kann die Diskos nicht so schön in Musikstile einteilen... was natürlich auch daran liegt, dass die Brasilianer nicht in die Disko gehen um zu tanzen, bzw. individuell zu tanzen, sondern um mit dem andern Geschlecht zu tanzen und dieses möglichst mit nach hause zu nehmen. Wenn man da einfach nur was zum Energie rauslassen sucht, wirds schwer.
Gestern, am Sonntag, war ich dann zum Churrasco (Grillen) bei Miguel eingeladen, dem Typen den ich in Salvador kennengelernt habe und seitdem immer mal wieder treffen wollte. Praktischerweise fährt ein Bus von meiner Haustür bis zu seiner, obwohl Miguel quasi im Niemandsland wohnt. Den nehm ich also. In dem Dörflein angekomm frag ich den Fahrer, ob er mir bei der Bonfioli-Straße Bescheid geben kann, damit ich aussteigen kann. Der meint, da wären wir schon vorbei, ich müsste zurücklaufen, also steig ich aus. Am nächsten Kiosk sagt man mir allerdings, dass ich doch in die andere Richtung müsste... vielen Dank auch, Busfahrer. Naja nachdem ich ich die "ewig lange Strecke" (Zitat Kioskbesitzer) in 10-15 Minuten gelaufen war bin ich bei Miguel angekommen. Ich liebe die Streckenbeschreibungen von Brasilianern, die können nich verstehen wie jemand bereit sein könnte, ne Viertelstunde in der Sonne zu laufen und warnen einen immer, wie "muito longe" das doch wäre ^^
Bei Miguel gabs dann viel gegrilltes und viel Bier, außer ihm warn noch zwei Jungs und zwei Mädels aus seiner Stufe, einer aus der Rechts-Abteilung und Miguels Schwester mit zwei Freunden da. Bei hohen Temperaturen wurdealso viel gegessen und getrunken und der Minipool unsicher gemacht. Den Umständen entsprechend waren wir schnell nicht nur angetrunken und bei guter Laune, selbst als alles bis auf die beiden Stufenkollegen von Miguel sich schon aus dem Staub gemacht hatten und wir zu viert den Abend haben ausklingen lassen... in dem wir noch mehr von meinen Caipirinhas und Cuba Libres getrunken haben... ich bin irgendwann (so ca. zwischen 8 und 9) in verschiedenen Betten in Miguels Haus eingeschlafen. Um zwei Uhr nachts bin ich das nächste Mal aufgewacht und hab bemerkt, dass mein Fuß blutet. Ich erinnerte mich dunkel, im späteren Verlauf des Abends barfuß in ein Glas getreten zu sein, dass ich 5 Minuten zuvor eigenhändig runtergestoßen hatte, aus Versehen natürlich. Karma is a bitch. Nunja, in meinem benebelten Zustand sah die Situation so aus, dass ich mir sicher war, mir die Hälfte meines rechten kleinen Zehs abgesäbelt zu haben. Was sich heute morgen als völlige Übertreibung herausgestellt hat, es ist zwar ne hässlcihe Fleischwunde, aber nichts schlimmes.
Nun, nachdem ich mir die Nacht irgendwie um die Ohren geschlagen hatte, hab ich noch mit Miguel und seiner Mutter gefrühstückt, die auch total nett war. Sie hat mir noch 8 Eier von den Hühnern, die sie sich im Hinterhof halten, mitgegeben, weshalb ich heute abend vermutlich Omelette machen werde :) Miguel meinte auch, dass es ein gelungener Abend gewesen wäre. Ich vermute stark, dass wir ab jetzt mehr miteinander machen, da ich mich wirklich super mit ihm verstehe und außerdem die Busverbindung zwischen unsern Häusern so genial einfach ist... Freut mich also.
Jetzt sitze ich grad in der Hängematte auf unserm Balkon und fühl mich immer brasilianischer.
To be continued...
Montag, 23. November 2009
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